Über mich

Ich habe in Freiburg an der Albert-Ludwigs Universität Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Geschichte studiert (M.A.), eine Ausbildung zur Stillberaterin abgeschlossen, sowie zahlreiche Fortbildungen in der Flüchtlings- und Integrationshilfe, der Sprachförderung von Kindern und der sozialen Betreuung von Senioren und Menschen mit Demenz absolviert, einschließlich eines Zertifikatstudiums an der Euro FH zur sozialen Arbeit bei Demenzerkrankungen (Nano Degree). Ich bin überzeugt vom Konzept des lebenslangen Lernens. Dennoch wehre ich mich ganz bewusst und entschieden dagegen, dass nur diejenigen in unserer Gesellschaft den Diskurs bestimmen, die über Titel, Macht, Positionen, Status und Veröffentlichungen definiert werden. Unsere Welt ist in meinen Augen viel zu statusorientiert und viel zu wenig auf Kooperation und Miteinander ausgerichtet. Das führt dazu, dass  Mütter, die wegen ihrer Kinder nur eingeschränkt oder gar nicht an diesem Wettbewerb teilnehmen können, keine Stimme mehr haben.
Ich bin Mutter von zwei wundervollen Kindern. Die Erfahrung der Mutterschaft hat mich zutiefst geprägt und verändert und mein Leben in vielfältiger Weise bestimmt. Ich bin außerdem von Gewalt, Machtmissbrauch und gesellschaftlicher Diskriminierung selbst betroffen gewesen und habe viele Jahre meines Lebens dem Kampf für die Rechte von Minderheiten gewidmet, schon seit meiner Kindheit und Jugend. Ich setzte hier dem weitverbreiteten Glaubenssatz "Ich bin nur Mutter" entgegen, dass ich ganz bewusst die Perspektive von Müttern auf unsere Gesellschaft und unser soziales Miteinander in die Kunst und den öffentlichen Diskurs einbringen will. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird immer noch als ein reines "Frauenproblem" gesehen, die Wertschätzung der Care-Arbeit nimmt immer noch ab statt zu, und Künstlerinnen wird geraten, bloß keine Kinder zu bekommen, wenn sie auf dem kommerzialisierten Kunstmarkt eine Chance haben wollen. Dadurch gehen Kunst und Kultur Stimmen verloren, die aus eigener Betroffenheit heraus für einen großen Teil unserer Bevölkerung sprechen könnten. Die Lebensrealität von Müttern wird allenfalls von anderen KünstlerInnen aus der Außenperspektive dargestellt. Dem stelle ich gegenüber, dass ich als Mutter seit Jahren mein eigenes Leben und das Leben anderer illustriert habe. Ich sehe mich als Illustratorin von Menschen, die wenig gesehen und wahrgenommen werden, obwohl sie viel zu sagen haben.